Von 7,1 Minuten LesedauerVeröffentlicht am: August 8, 2022Zuletzt aktualisiert: September 16, 2022
Primär- und Sekundärliteratur

Der ein oder andere hat es sicher bereits am eigenen Leib erfahren: Man hat endlich seine wissenschaftliche Arbeit fertig geschrieben, ist erleichtert und stolz, dass es man es endlich geschafft hat, doch bekommt dann die Nachricht, dass Primär- und Sekundärquellen sich unterscheiden und mehr mit Primärliteratur gearbeitet werden soll. Man fragt sich folglich, was man denn falsch gemacht haben könnte. Die Antwortet lautet: eigentlich nichts. Es gibt weiterhin auch kein Ver- oder Gebot, ob und wie viel Sekundärquellen zitiert werden dürfen. Dennoch leidet letzten Endes die Qualität Ihrer wissenschaftlichen Arbeit darunter, das ist insbesondere bei der Erstellung dieser und auch bei Veröffentlichung der Arbeit durchaus relevant. Bei falscher Anwendung von Quellen setzen Sie sich darüber hinaus auch noch dem Risiko aus, eines Plagiats verdächtigt zu werden.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärquellen wichtig?

Ob es sich bei der verwendeten Quelle um Sekundär- oder Primärliteratur handelt, ist für Studierende und deren Arbeiten, die sie im Rahmen Ihres Studiums an der Hochschule verfassen, enorm wichtig. Denn generell gilt, je mehr Primärquellen verwendet werden, desto höher ist die Qualität der geschriebenen Arbeit. Der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand, wenn man versteht, dass Sekundärliteratur lediglich die Erkenntnisse der Primärliteratur wiedergibt, im Kontrast dazu gibt die Primärquelle als erste Literaturquelle die Informationen, die benötigt werden, ohne eine andere Quelle wiederzugeben oder zusammenzufassen. Folglich sollte für das Literaturverzeichnis im Rahmen der Recherche immer bevorzugt nach Primärquellen gesucht werden. Dies kann sich allerdings schwierig gestalten, da es zu einem bestimmten, gewünschten Thema immer einen deutlich größeren Anteil an Sekundär-, als an Primärliteratur gibt. Um den Prozess der Suche nach Primärquellen so einfach wie möglich zu gestalten, sollten Sie aussagekräftige Datenbanken wie SpringerLink, EBSCO oder ScienceDirect nutzen und hierbei direkt nach Primärliteratur suchen.

Worin genau besteht der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärliteratur?

Zusammengefasst lässt sich sagen: Während Primärliteratur die originalen Informationen zu einem bestimmten Thema gibt, gibt Sekundärliteratur diese Informationen als Referenz wieder. Wenn der Artikel oder die Literatur vom Forscher selbst geschrieben wurde, und die Quelle damit das Original darstellt, ist es als eine Primärquelle zu bezeichnen. In der Schule beispielsweise werden laufend Texte über Werke von Goethe, Schiller und anderen Autoren geschrieben und deren Werke interpretiert. Diese Texte, die man als Schüler verfasst hat, wären als Sekundärliteratur zu werten. Im Hochschulbetrieb ist eine Unterscheidung dieser Literaturquellen extrem wichtig. Beispiele für Primärquellen im wissenschaftlichen Kontext sind originale Statistiken, wissenschaftliche Publikationen oder Paper in Originalform direkt vom Autor, für Sekundärquellen hingegen beispielsweise eine Metaanalyse von Publikationen zu einem Forschungsthema oder eine Literaturanalyse, die einen aktuellen Forschungsstand bewerten will.

Wie Primär- und Sekundärquellen in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet werden

Bei wissenschaftlichen Arbeiten wird Primärliteratur benötigt, dies hauptsächlich, wenn es um den eigentlichen Forschungsgegenstand der Arbeit geht. Für weitere Informationen zum Hintergrund dessen kommt dann Sekundärliteratur dazu. Primärquellen wären, wie oben genannt, originale Statistiken oder Forschungsarbeiten. Um sie richtig einzuordnen und in den Gesamtkontext einzusortieren, wird Sekundärliteratur benötigt, die zum Beispiel die Hintergründe, Anreize oder Ausgangspunkte der Forschung darstellt. Die Erkenntnisse basieren bei einem solchen Vorgehen zwar auf der Primärliteratur, dennoch kann die Sekundärliteratur unterstützend wirken und helfen, eine Übersicht über das Thema zu gewinnen.

Primär- und Sekundärquellen richtig zitieren

Ein Zitat einer Primärquelle kann direkt erfolgen oder als Paraphrase eingefügt werden. Bei antiken Schriften kann auch eine Umschrift oder Übersetzung erfolgen. Auf die Veröffentlichung sollte dabei nach den gängigen Regeln für Zitate im Hochschulbetrieb hingewiesen werden, dies sollte sich durch die gesamte Arbeit ziehen. Sekundärliteratur lässt sich beispielsweise zitieren, wenn kein Zugriff auf die originale Quelle möglich ist. Das Zitat macht man hier mit dem Zusatz „zitiert nach“ und der Angabe der verwendeten Sekundärliteratur sichtbar. Diese Quelle wird schließlich auch ins Literaturverzeichnis eingetragen. Eine Ausnahme davon tritt jedoch ein, wenn die Primärquelle für einen selbst nicht verfügbar ist. Um den Eindruck auszuschließen, dass man den originalen Text verwendet und bei der Arbeit verwendet hätte, wird die Quelle hier nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen.

Was ist zu tun, wenn die Quelle nicht mehr auffindbar ist?

Insbesondere bei älteren Quellen kann es manchmal sein, dass diese nicht mehr auffindbar ist. Wenn nachfolgend auch das „Verzeichnis antiquarischer Bücher“ keine Auskunft geben kann, kann man als Autor einer wissenschaftlichen Arbeit nur die Primärquelle mit Hinweis auf die Sekundärquelle zitieren. Hierbei gilt, dass die erste zitierte Quelle die Primär- und die zweite die Sekundärquelle darstellt. Ein Beispiel für ein direktes Zitat im APA-Stil wäre dann: „Friedrich, 1986, zitiert nach Reinhardt, 2016, S. 127“. Manchmal wird hierbei statt „zitiert nach“ auch „zitiert in“, oder „zit. in“ verwendet, wobei der Beleg in Text oder Fußnote gebracht werden kann. Im Harvard-Stil würde in der Fußnote bei indirekten Zitaten dann ein „vgl.“ ergänzt werden, bei APA gibt es dies nicht. Werden Zitate direkt wiedergegeben, wird im APA-Stil beispielsweise folgendermaßen zitiert: „Friedrich, 1986, S. 18 zitiert nach Reinhardt, 2016, S. 127“. Im Literaturverzeichnis ist immer nur die Sekundärquelle anzuführen, aus der der Text oder das Zitat stammt.

Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich bei der Verwendung der Quellen nicht weiterkomme?

Ganz egal, zu welchem Thema Sie Ihre Arbeit schreiben, WissPro kann Ihnen einen Experten zur Seite stellen, der Ihnen bei Ihrer Arbeit unter die Arme greifen kann. Egal ob Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Lehramt oder anderer Fachbereich, unsere WissPro-Ghostwriter sind alle seit Jahren im Hochschulbereich tätig und kennen alle Tipps und Tricks, die es braucht, um Ihre Vortragenden mit der perfekten Verwendung von jeglichen Quellen zu beeindrucken. Auch eine Rundum-Hilfe bieten unsere Ghostwriter an, um Sie bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit bestmöglich zu unterstützen.

FAQ

Primärliteratur ist alles, was original vom Autor stammt und nicht durch eine weitere Quelle, Metaanalyse oder Literaturanalyse referenziert wurde, sie gibt eigene Forschungsergebnisse des Verfassers wieder. Beispiele hierfür ist Goethes Faust, eine originale Statistik oder eine antike Schrift.

Eine Sekundärquelle referenziert auf Primärquellen, sie fasst Primärliteratur zusammen, orientiert sich an ihr oder gibt sie wieder. Beispiele für Sekundärquellen sind unter anderem eine Metaanalyse von Publikationen zu einem Forschungsthema, das bereits veröffentlichte Informationen zusammenfasst oder eine Literaturanalyse, die mithilfe einer Literaturrecherche den aktuellen Forschungsstand zu einem Thema erheben und bewerten will.

Tertiärliteratur sind Texte, die Literatur aus Sekundärquellen zusammenfassend auswertet. Für die erste Orientierung beim Schreiben einer Arbeit können sie beispielsweise hilfreich sein. Literaturberichte, Lexika, Nachschlagewerke, Enzyklopädien oder populärwissenschaftliche Veröffentlichungen gehören dazu.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Primärquellen unmittelbar erhobene Ergebnisse einer Forschung präsentiert, während Sekundärquellen auf den Forschungsergebnissen von Dritten aufbauen und in den meisten Fällen diskutieren.

Aaron Moser
AUTOR UND LEKTOR

Aaron Moser

Leitet als wissenschaftlicher Experte den WissPro Blog und ist für alle Veröffentlichungen zuständig. Darüber hinaus agiert er selbst als WissPro Ghostwriter. Er leitet zudem die Kommunikation zwischen WissPro, den Kunden und den Ghostwritern.

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